Für hochalpine Touren gilt es, Knowhow und spezifisches Material mitzubringen. Wir helfen dir bei deiner Vorbereitung für den Sommer, frischen dein Wissen auf und zeigen dir, was es Punkto Material zu beachten gilt.

Die Sommersaison steht vor der Tür: Zeit für die ersten Touren im Hochgebirge

Die Skier sind nun definitiv verstaut und wir freuen uns auf den Bergsommer. Bereits in der zweiten Juniwoche startet Höhenfieber in die Hochtourensaison. Für hochalpine Touren gilt es, Knowhow und spezifisches Material mitzubringen. Wir helfen dir bei deiner Vorbereitung für den Sommer, frischen dein Wissen auf und zeigen dir, was es Punkto Material zu beachten gilt.

Höhenfieber setzt den Fokus auf die Ausbildung, damit du sicher im Gebirge unterwegs bist. Diesen Sommer haben wir zwei neue Ausbildungskurse im Programm: den Spaltenrettung Intensivkurs im Sustengebiet und die 4000er Trainingswoche Aufbau. Mehr zu diesen Kursen findest du in dieser bergluft Ausgabe.

Wir wünschen dir einen guten Start in die Sommersaison!


Vorbereitung für Hochtouren: das richtige Material und Knowhow

Wie war das noch gleich mit der Seilverkürzung? Welches Material braucht es für eine Hochtour? Hochalpines Gelände und Touren über Gletscher erfordern spezifisches Knowhow und Material. Zum Beispiel wird bei Passagen, welche über Gletscher führen, angeseilt. Dabei variiert der Abstand zwischen den Seilpartnern:innen je nach Anzahl Leute an einem Seil. Gletscher bringen die Gefahr eines Spaltensturzes mit sich, weshalb Techniken für Verankerungen im Schnee und Eis sowie die Technik für eine Spaltenbergung beherrscht werden sollten. Für den Einstieg in den Hochtouren Sommer empfehlen wir dir, diese Techniken zu üben, Knöpfe und Gelerntes zu repetieren. Hier findest du einige Tipps und Tricks, um dein Wissen aufzufrischen.

Knotenkunde: Übung macht den Meister

Knoten kannst du ganz einfach zuhause mit einem Stück Seil üben. Wir stellen dir hier einige von den gängigen Knoten vor, welche auf Hochtouren verwendet werden. Je nach dem in welchem Gelände du dich bewegst, kommen diverse Knoten zum Einsatz.

Halbmastwurf und Mastwurf

Der Mastwurf wird zum Beispiel für das Fixieren von Seilen am Stand oder für die Selbstsicherung verwendet. Bei der Selbstsicherung kann die Distanz leicht eingestellt werden. Der Halbmastwurf kannst du für die Partnersicherung einsetzen.

Doppelter Achter und Schmetterlingsknoten

Beim Anseilen über den Gletscher helfen Bremsknoten, um einen Spaltensturz zu bremsen. Es gibt verschiedene Arten von Bremsknoten, am meisten bewährt haben sich der doppelte Achter und der Schmetterlingsknoten. 

Doppelter Achter

Schmetterlingsknoten

Tipps für den perfekten doppelten Achterknoten

Der doppelte Achterknoten wird beim Bergsteigen sehr oft verwendet - nicht nur für Bremsknoten. Deshalb ist es wichtig, diesen Knoten zu beherrschen und folgende Fehlerquellen zu vermeiden:

A) Ein sauber gelegter doppelter Achter. Die Seilstränge laufen immer parallel und überkreuzen nie. Das Seilende ist lang genug (ca. 10-facher Seildurchmesser) und die Schlaufe ist kompakt und übersichtlich.

B) Sicherheitstechnisch ist dieser Achter eigentlich OK, allerdings überkreuzen sich hier die Seilstränge, was zu einem weniger schönen Knotenbild führt. Der Partnercheck beispielsweise wird so schwieriger und man muss genauer hinschauen. Überdies ist es schwieriger, einen solchen Achter wieder zu lösen. Sehr oft beobachtet in der freien Wildbahn.

C) Bei diesem Exemplar ist das Knotenende viel zu kurz. Bei Dynamik und Bewegung, beispielsweise während dem Laufen oder Klettern, kann das Ende durch den Knoten rutschen.

D) Die sehr grosse Schlaufe führt dazu, dass der Knoten weniger übersichtlich wird. Wir bevorzugen am Berg kompakte, übersichtliche Knotenbilder.

E) Alle vier Seilstränge, welche den Knoten verlassen gehören sauber und straff angezogen, sonst läuft der Knoten Gefahr, sich aufzulösen.

Seilverkürzung

Die Seilverkürzung ist eine grundlegende Fertigkeit beim Hochtourengehen und sie wird in vielen Situationen angewendet. Die Seilverkürzung erlaubt es dir, die Länge deines Seils immer perfekt dem Gelände anzupassen. Alles was du brauchst, um die Seilverkürzung zuhause zu üben, ist ein Klettergurt und ein Seil. Hier das Tutorial dazu!

Seilverkürzung

Schritt 1: Die Ausgangslage für die Seilverkürzung ist das normale Anseilen mit einem Achterknoten.

Schritt 2: Seilschlaufen aufnehmen. Es wird darauf geachtet, dass alle Seilschlaufen gleich lang sind. Diese sollten nicht zu kurz und auch nicht zu lang sein: Idealerweise reichen die Schlingen bis zum Anseilpunkt hinunter. In diesem Schritt wird auch die Seillänge festgelegt.

Schritt 3: Wenn die gewünschte Seillänge erreicht ist, werden die Seilschlaufen abgebunden. Dazu wird eine Schlaufe vom Restseil durch den Achter und Anseilring gefädelt und eine ganze Armlänge herausgezogen. Das Seil wickelst du um die Seilschlaufen und bindest die Seilverkürzung mit einem Spierenstich ab.

Ist mein Material bereit für die Sommersaison?

Auf Material müssen wir uns in den Bergen verlassen können. Deshalb gehört die Pflege und das regelmässige Überprüfen von Ausrüstungsgegenständen wie Steigeisen, Seile, Reepschnüren und Schlingen einfach dazu.

Steigeisen überprüfen und schleifen

Vertrauen in die Füsse und sicheres Stehen ist nicht nur beim Felsklettern relevant. Auch im Firn und im Eis ist eine sichere Gehtechnik wichtig. Treuer Freund und Helfer in diesem Gelände sind die Steigeisen. Passe deine Steigeisen wenn möglich bereits zuhause auf deine Schuhe an, überprüfe deine Riemen und Antistollplatten. Durch Felskontakt runden sich die Spitzen der Frontalzacken immer weiter ab. Anfangs Saison ist deshalb auch der perfekte Zeitpunkt, um deine Steigeisen zu schleifen.

Mittelmarkierung Seil

Eine gut sichtbare Mittelmarkierung erleichtert das Abseilen und spart viel Zeit beim Seilhandling. Die Mittelmarkierung kann aber mit der Zeit verblassen oder fast gar nicht mehr sichtbar sein. Falls dies bei deinem Seil der Fall ist, macht es Sinn, deine Mittelmarkierung zu erneuern. Dazu verwendest du am besten von den Seilherstellern vertriebene Stifte oder z.B. den Markierstift Edding 3000.

Die Lebensdauer von Seilen, Reepschnüren und Schlingen

Wie lange hält eigentlich ein Kletterseil? Schwierige Frage. Die Lebensdauer hängt vor allem davon ab, wie intensiv das Seil genutzt wird und in welchem Gelände.

Folgende Tabelle zeigt eine Faustregel, welche die Haltbarkeit von Seilen betrifft.

Diese kann als Anhaltspunkt betrachtet werden, zusätzlich solltest du dein Seil aber am besten regelmässig überprüfen. Vor dem Gebrauch kannst du das Seil auf Anzeichen von Abnutzung untersuchen. Dies sind zum Beispiel:

  • offensichtliche Schnitte

  • Stellen, an denen das Seil viel dicker als normal ist

  • Stellen, an denen sich das Seil steif oder sehr weich anfühlt

  • Stellen, an denen es zu Verfärbungen gekommen ist

  • Stellen, an denen der Mantel beschädigt ist und der Kern des Seils sichtbar ist.

Wenn sich eine solche Schwachstelle in der Mitte des Seils befindet, ist es sinnvoll, das Seil zu erneuern. Schwachstellen an den Enden können durch Kürzen des Seils beseitigt werden.

Auch Reepschnüre und Schlingen haben eine begrenzte Lebensdauer und bei sichtbaren Beschädigungen und Verschleissspuren ist eine Erneuerung nötig.

Auf unserer Seite «Fit für den Sommer» findest du viele zusätzliche Tipps und Tricks sowie spannende Lernvideos für die Vorbereitung deiner Sommertouren.

Fit für den Sommer

Höhenfieber liegt das Vermitteln einer fundierten Ausbildung am Herzen: Zwei Ausbildungskurse im Fokus

Spaltenrettung Intensivkurs

In diesem Kurs wird die Selbst- und Partnerrettung auf dem Gletscher vermittelt. Diese Ausbildung ist für Teilnehmer:innen, welche bereits Erfahrung mitbringen geeignet. Beispielsweise bringst du bereits eine Grundausbildung für Hochtouren mit, bislang lag der Fokus aber mehr auf Gratklettern und Sichern und du möchtest nun dein Wissen auf dem Gletscher und bei der Spaltenrettung festigen.

Ein Wochenende lang setzen wir uns intensiv mit der Spaltenrettung auseinander: Flaschenzüge, Selbstaufstieg und Strategien für den Notfall werden geübt. Weil Übung den Meister macht, nehmen wir uns viel Zeit zum Erlernen und Festigen der elementaren Techniken.

1. Tag: Aufstieg zur Tierberglihütte und Ausbildung. Unterwegs wird das Anseilen in der Seilschaft und der Selbstaufstieg geübt. Am Nachmittag widmen wir uns den Themen Einrichten von Verankerungen unter Last und Partnerrettung mittels Flaschenzug auf dem Steingletscher.

2. Tag: Ausbildung Spaltenrettung. An der Abbruchkante des Steingletschers finden wir grosse Spalten und ideales Ausbildungsgelände, um ausgiebig die eingeübten Rettungstechniken perfektionieren zu können. Am Nachmittag steigen wir über den Hüttenweg hinunter zur Passstrasse und treten die Heimreise an.

Spaltenrettung

Aufbaukurs: 4000er Trainingswoche

Falls du bereits einen Grundkurs Bergsteigen besucht hast und erste Hochtourenerfahrung mitbringst, ist der Aufbaukurs im Rahmen der 4000er Trainingswoche ideal für dich. Der Fokus dieses Kurses liegt auf den notwendigen Kenntnissen und Fertigkeiten für Hochtouren im felsigen Gelände. Zusätzlich werden die Inhalte aus dem Grundkurs Firn und Eis aufgefrischt und vertieft. Themen wie Sicherungstechniken in Fels und Eis, Seilhandhabung, Planung einer Tour mit Karte und Führer, Beurteilung der Wetter- und Schneeverhältnisse, Routenwahl, sowie Anwendung von Karte und Kompass sind Teil dieses Ausbildungskurses.


Die Ausbildungs- und Anwendungstouren führen auf die Gipfel von Weissmies 4017m, Alphubel 4206m und Feechopf 3887m. 5 Tage unterwegs im Hochgebirge bedeutet jede Menge Zeit für Ausbildung, Anwendungstouren und spannende Gipfelbesteigungen.

Tourenplan:

1. Tag: Aufstieg zur Almagellerhütte. Hier werden wir die Knoten und Techniken fürs Anseilen in der Seilschaft inklusive Seilverkürzung repetieren. Ausserdem steht eine Ausbildungseinheit zum Sichern und Klettern im Toprope auf dem Plan. 

2. Tag: Ausbildung am «Dri Horlini». An diesem mächtigen Felsgrat finden sich Klettergärten und Mehrseillängentouren unterschiedlicher Schwierigkeit im besten Granit. Hier erlernen wir die nötigen Sicherungsfertigkeiten an einfachen Klettertouren und üben den Seilschaftsablauf, damit wir uns gegenseitig gesichert im Fels fortbewegen können. Das kurze Seil als Vorbereitung für den nächsten Tag und Tourenplanung steht ebenfalls noch auf dem Tagesprogramm. 

3. Tag: Anwendungstour aufs Weissmies und Gebietswechsel. Im Schein der Stirnlampe nehmen wir den Weg zum Zwischenbergenpass (3270m) unter die Füsse. Hier beginnt der SSE-Grat, der zum Vorgipfel des Weissmies 4017m hinaufführt. Gut gestuftes Gelände wechselt sich mit kurzen steileren Stellen im zweiten bis dritten Schwierigkeitsgrad ab. Routenfindung und die zum Gelände passenden Sicherungsmethoden werden geübt. Der Hauptgipfel wird über den Firngrat erreicht. Nach dem Abstieg nach Hohsaas wird die Weiterreise nach Saas-Fee mit Bergbahn und Postauto verkürzt. 

4. Tag: Feechopf und Ausbildung im Firn. Am Südostgrat des Feechopfs wird in schöner Kletterei um den dritten Schwierigkeitsgrad das geübte der vergangenen Tage gefestigt. Auf dem Programm steht ausserdem eine Ausbildungseinheit im Firn. Die Pickelbremse, das Führen am kurzen Seil, das Halten von Stürzen, sowie Verankerungen zum Sichern wollen ausgebildet und trainiert werden. 

5. Tag: Abschlusstour auf den Alphubel 4206m. Der Gipfel kann über den Normalweg, über die Ostflanke, oder die steilere und direktere Route über den Südostgrat, die sogenannte Eisnase, erreicht werden. Nach dem Abstieg steht bereits die Heimreise an.

4000er Training

Ausrüstungspartner Transa - Raus. Aber richtig. Auch auf deiner Hochtour.

Die richtige Ausrüstung entscheidet darüber, ob eine Hochtour für dich zum Genuss wird – oder nicht. Der Transa Online-Shop gibt dir eine gute Übersicht über das umfassende Sortiment und hält viele Tipps und Tricks für dich bereit. Bei jeder Buchung einer Tour bei Höhenfieber erhältst du einen Gutschein für einen exklusiven Einkaufsrabatt. 

In den Transa Filialen zeigen dir die Mitarbeiter:innen gerne worauf es bei Bekleidung, Hartwaren und Bergschuhen ankommt.

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Wir sagen uns du.


Wenn wir gemeinsam in den Bergen unterwegs sind, so sprechen wir uns mit du an.
Diese schöne Tradition möchten wir schon vom ersten Kontakt an mit dir pflegen.
Wir sprechen dich also auch am Telefon und im Mailverkehr per du an.

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