Was gehört eigentlich alles zur Planung und Durchführung einer Skitour dazu?

Es schneit und schneit – und schneit: Ein vielversprechender Winteranfang. Mit einer grosszügigen Portion Schnee starten wir in den Dezember, die einen oder anderen haben wohl die Skier bereits ausgepackt. Doch was gehört eigentlich alles zur Planung und Durchführung einer Skitour dazu?

Einer, der dir diese Frage kompetent beantworten kann ist unser Teambergführer Claude Raillard. Bereits über 25 Jahre ist er als Bergführer unterwegs. Im Coachingkurs Skitouren führt er die Teilnehmenden schrittweise an die Fähigkeit heran, einfache Touren selbständig zu planen und durchzuführen. Welche Skills es dazu braucht und was diesen Kurs so einzigartig und spannend macht, liest du im Interview.

Gestern war bereits der zweite Advent und die Weihnachtsbeleuchtung erinnert uns täglich daran, dass es bald Weihnachten ist. Falls du noch auf der Suche nach passenden Geschenken bist: Wir haben wir ein, zwei Ideen für dich bereit.

Wir wünschen dir eine schneereiche und frohe Weihnachtszeit.

«Mehrere Touren für ein Gebiet zu planen öffnet den Blickwinkel und ermöglicht die Anpassung an die aktuellen Verhältnisse»

Interview mit Bergführer Claude Raillard

Tourenplanung, die Einschätzung der Verhältnisse, Entscheidungen fällen und eine eigene Spur anlegen – selbstständig auf Skitour unterwegs zu sein, ist gar nicht so einfach. Im «Coachingkurs Skitouren» wird dir das Skillset dafür bestmöglich vermittelt. «Aber richtig!», weil du so richtig viel lernen und Wissen anwenden kannst in diesem Kurs. Die Gedanken und das Konzept dahinter erläutert dir Claude.

Claude Raillard ist bereits über 25 Jahre als Bergführer unterwegs und bringt dadurch einen grossen Erfahrungsschatz mit. Der Vollzeitbergführer kommt soeben von einer abenteuerlichen Expedition in Nepal zurück und freut sich auf die erste Skitour.

Claude Raillard

Du hast vorletzte Wintersaison den «Coachingkurs Skitouren» auf die Beine gestellt. Wie kam es zu dieser Idee?

Ich führe diesen Kurs bereits seit fünf Jahren für den ASVZ (Akademischer Sportverband Zürich) durch. Bei Höhenfieber konnte ich mit dem Coachingkurs eine Erweiterung des Kursprogrammes schaffen. Der Coachingkurs Skitouren ist in drei Module unterteilt und ermöglicht uns, die Techniken und das Gelernte in drei verschiedenen Regionen mit unterschiedlichen Verhältnissen bezüglich Wetter und Lawinensituation anzuwenden. Die Idee dahinter: Die TeilnehmerInnen müssen sich immer wieder neu orientieren. So ist der Benefit grösser, als wenn der ganze Kurs in eine Woche gepackt wäre.

Zwischen den Modulen bleibt Zeit, um selbst Touren zu unternehmen und Erfahrungen zu sammeln. Im Kurs können wir dann verschiedene Situationen miteinander reflektieren und ich gebe gerne Feedback, falls die TeilnehmerInnen Fragen zu ihren Touren haben. Der Kurs ist optimal abgestimmt zwischen Inputs, Anwendung und Reflexion eigener Erfahrungen.

Was macht dieses Konzept in deinen Augen erfolgreich (3x 2 Tage Ausbildung)?

Im ersten Teil wird der Wissens- und Erfahrungsstand aller Teilnehmenden bestimmt und die wichtigsten Aspekte der Lawinenkunde wiederholt. Wir schaffen den Grundstein für die nächsten zwei Module. Im zweiten Modul werde ich einen Ausgangsort bekannt geben und die TeilnehmerInnen bereiten selbstständig verschiedene Tourenmöglichkeiten vor, je eine für die drei Lawinenverhältnisse gering, mässig und erheblich. Dadurch haben wir immer einen Backup Plan bereit und es ist garantiert, dass wir das Optimum unter den vorzufindenden Verhältnissen herausholen können.

Für die letzten beiden Kurstage wird weder Ort noch Tour vorgegeben, die Teilnehmenden entscheiden selbstständig. Die Entscheidungsfindung, der grosse Pool an Tourenideen, welcher dabei entsteht und die individuelle Argumentation der TeilnehmerInnen machen diesen Kurs sehr spannend und resultieren in einem hohen Lerneffekt.


Was ist das Ziel des Kurses?

Die TeilnehmerInnen lernen, wo sie die Infos für ihre Tourenplanung finden, was eine gute Spuranlage ausmacht und wie sie einen Einzelhang einschätzen können. Jeder und jede darf sich aktiv in die Tourenvorbereitung einbringen und die verschiedenen Optionen in einer Region ausarbeiten. Im Gebiet wird dann gemeinsam die Entscheidung getroffen, welche Tour bei den aktuellen Verhältnissen am besten umzusetzen ist. Dabei werden viele Faktoren, wie z.B. das Lawinenbulletin, Hangsteilheit, Wind und Schneedeckenaufbau berücksichtigt.

Mein Ziel ist es, einen Ort zu finden mit möglichst wenig Spuren, sodass die Gedankengänge immer wieder neu gemacht werden müssen. Wie lege ich meine Spur an und wo führt die Route durch. Auch findet der Kurs jeweils Freitag und Samstag statt, was uns die kurzfristige Buchung der Unterkunft ermöglicht.


Welche Themenschwerpunkte hast du für die drei Ausbildungsmodule gelegt?

Die ersten beiden Kurstage sind eine kompakte Zusammenfassung der Grundlagen fürs Skitourengehen: LVS Suche, Sondieren, Schaufeln, Tourenvorbereitung, Hangsteilheit erkennen. Im praktischen Teil schauen wir uns an, wie eine eigene Spur angelegt werden kann. Je nach Bedürfnissen der Teilnehmenden wird der Fokus des Kurses angepasst, die individuellen Schwächen und Stärken werden berücksichtigt.

Im zweiten Modul haben wir zwei Tage Zeit, um auf Skitour zu gehen. Ich schlage eine Region mit möglichst vielen Möglichkeiten vor und die TeilnehmerInnen stellen Tourenideen zusammen. Beim Entscheidungsprozess werden die aktuellen Verhältnisse diskutiert und die unter den Voraussetzungen bestmögliche Tour ausgewählt.

Im dritten Teil ist die Gruppe fast auf sich allein gestellt, sie wählt Region und Tour, Aufstiegs- und Abfahrtsvarianten. Je nach Gruppengrösse übernehmen zwei Personen den Aufstieg und zwei die Abfahrt. Die Entscheidungskriterien werden dabei immer reflektiert.

Du konntest den Kurs nun bereits einige Male durchführen. Welche Erfahrungen sind dir besonders in Erinnerung geblieben?

Der Aufbau des Kurses hängt stark von der Motivation, Fitness und Wissensbasis der Kursteilnehmer ab. Eine Gruppenzusammenstellung erlaubte es mir, fast 2000 Höhenmeter pro Tourentag zu machen, andere Konstellationen bevorzugten wiederum eher kürzere Skitouren. Je motivierter die Gäste desto höher der Lerneffekt. Eine Gruppe erstellte gar eine Datenbank mit Tourenideen.

Die Kursteilnehmenden, welche eine gewisse Erfahrung mitbringen und auch bereits selbstständig auf Skitour unterwegs waren, profitieren sehr viel vom Kurs. Sie können ihre Erfahrungen in den Kurs miteinbringen, Situationen kritisch hinterfragen und mitentscheiden. Für Personen mit wenig Skitouren-Erfahrung bietet der Kurs fast zu viele Informationen auf einmal.

Der Coachingkurs Skitouren bietet viel Praxis und basiert auf der Energie der Gruppe, ein gemeinsames Ziel zu erreichen: einfache Skitouren selbstständig zu planen und durchzuführen.

Coachingkurs Skitouren

Auf der Suche nach dem passenden Geschenk…

Höhenfieber hat zwei kleine, aber feine Ideen für dich bereit, welche Outdoor Begeisterten sicher eine Freude bereiten.

Es ist immer Zeit für einen Materialservice

Egal ob Pistenski oder Tourenski, der Zeitpunkt für einen Skiservice ist immer gut. Transa bietet eine Vielzahl an Winter Services, falls die Skier einen neuen Schliff und eine Portion Wachs benötigen, die Schuhe angepasst werden müssen, oder das Lawinensicherheitsmaterial geprüft werden muss: Unser Ausrüstungspartner Transa hilft gerne weiter. Ein Gutschein ist ein Ideales Geschenk für alle Outdoorfans:

Winterservice

Eine Portion Sicherheit geschenkt

Lawinenkurse fördern die Sicherheit auf Schneetouren und bieten ein tolles Erlebnis mit Gleichgesinnten draussen in der Natur. Für Anfänger ist der Grundkurs Lawinen, für Fortgeschrittene der Aufbaukurs Lawinen perfekt geeignet. Hier findest du mehr Infos dazu:

Lawinenkurse

Weihnachten in den Bergen

Weihnachten einmal anders: Wie wär’s mit Festtagen in den Bergen? Am Tag geniesst du die wunderschöne Schneelandschaft und am Abend erwartet dich eine wärmende Suppe in der Hüttenstube gefolgt von einem geselligen Abend. Falls du kein grosser Schneefan bist, haben wir eine Alternative im Süden für dich: eine Woche Klettern in Finale.

Schneeschuhtouren am Flumserberg

In drei erlebnisreichen Tagen vermitteln wir dir die Grundlagen für einfache und mittelschwierige Touren. Die begeisternde alpine Umgebung und die gemütliche Hüttenstube lassen den Alltag schnell vergessen.

Schneeschuhtour

Klettern im Süden: Technikkurs

Finale ist schlicht das Klettereldorado. Der kompakte und steile Fels eignet sich hervorragend, um an der Sturzgrenze zu klettern. Diese Woche richtet sich an Teilnehmer, die regelmässig klettern und motiviert sind, die persönliche Leistungsgrenze nach oben zu verschieben.

Kletterferien

Transa: Ausrüstung unkompliziert mieten

In allen Transa Filialen bieten wir dir Lawinensicherheits-Ausrüstung und Schneeschuhe zur Miete an. Zusätzlich findest du in den Filialen Zürich Europaallee, Markthalle Bern und Luzern aktuelle Tourenski inklusive Felle und Harscheisen sowie Skischuhe, die du tageweise oder länger mieten kannst. So kannst du unkompliziert eine neue Sportart ausprobieren oder Produkte testen. Mehr Informationen findest du hier:


Zur Miete

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Wir sagen uns du.


Wenn wir gemeinsam in den Bergen unterwegs sind, so sprechen wir uns mit du an.
Diese schöne Tradition möchten wir schon vom ersten Kontakt an mit dir pflegen.
Wir sprechen dich also auch am Telefon und im Mailverkehr per du an.